Montag, 5. Mai 2008

Das Ende der Musik-CD

Die Compact Disc Digital Audio (CD) wurde 1979 aus der Taufe gehoben. Sie trägt Schuld daran, dass Anfang der 1990-er die gute alte Vinyl-Schallplatte fast gänzlich aus den Regalen verschwand.

Aber auch die Compact Disc ist nichts für die Ewigkeit, denn seit der Jahrtausendwende kommen die bis dato so umsatzstarken Plattenlabels aus dem Jammern nicht mehr heraus. Kritiker werfen ihnen vor, die Zeichen der Zeit – zum Beispiel die Entwicklung eines konsequenten Online-Vertriebs – verschlafen zu haben. Die Scha-densbegrenzung (Kopierschutz, Klagen gegen Internet-Musiktauschbörsen, Kampagnen nach dem Motto „Raubkopierer sind Verbrecher“) verleitet jedoch den mit der Zeit gehenden Kunden nicht dazu, mehr Musik-CDs zu kaufen.

Seit 2005 wächst die Zahl der downloadbaren Musiktitel gegen Bezahlung ständig an. Pro Lied zahlt man meist 1 bis 1,50 Euro, ein komplettes Album ist um 10 bis 12 Euro erhältlich. Zum Vergleich: eine herkömmliche CD kostet in Italien derzeit 19 bis 20 Euro. Manche Online-Shops verkaufen indessen auch DRM-geschützte Songs und Videos. DRM ist ein Kopierschutz der verhindert, dass die Dateien auf CDs oder DVDs gebrannt werden können. Anfangs boten nur kleine Plattenlabels DRM-freie Inhalte zum Verkauf an, während die sogenannten Major-Labels (EMI, Sony usw.) in dieser Hinsicht erst seit kurzem zerknirscht klein beigeben.

Einen starken Impuls gab dem Onlinegeschäft freilich der iPod und der damit verbundene iTunes Store. Dort kann man sich die Songs für den iPod online erwer-ben. Zur Verdeutlichung der Marktdimension dieses virtuellen Musikmarkts: Laut Apple wurden bis zum 31. Juli 2007 neben Filmen und Fernsehserien mehr als drei Milliarden Musikstücke über den iTunes Store verkauft. Die Schallplatte gibt es nunmehr seit über 130 Jahren, obwohl sie mittlerweile nur mehr ein Nischenmarktartikel ist. Die bei ihrer Geburt hochgepriesene CD wird wohl kaum so lange überleben.

Nächste Ausgabe: Besser online oder offline den Urlaub buchen?

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